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Bürgerforum Energieland Hessen in Wetzlar

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Bürger-Sprechstunden in Wetzlar ermöglichen intensiven persönlichen Austausch zu Klimaschutz und Windenergie unter Einhaltung der Hygienevorschriften

Unter Einhaltung der erforderlichen Hygienebedingungen aufgrund der COVID-19-Pandemie luden die Stadt Wetzlar und die Hessische LandesEnergieAgentur zu den „BFEH-Sprechstunden zu Klimaschutz und Windenergie in Wetzlar“ ein. Im Rahmen des Programms Bürgerforum Energieland Hessen (BFEH) bot sich interessierten Bürgerinnen und Bürgern und kommunalen Vertreterinnen und Vertretern im Rathaus Wetzlar die Möglichkeit, sich in Kleingruppen zu informieren und Fragen in Bezug auf Klimaschutz und Windenergieausbau im direkten Austausch mit der Stadt Wetzlar, dem lokalen Energieversorger enwag und dem Windenergie-Projektentwickler, der Green City AG, zu stellen.

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Am Donnerstag, den 25. Juni informierten die Stadt Wetzlar und die Hessische LandesEnergieAgentur im Rathaus interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie kommunale Vertreterinnen und Vertreter über Klimaschutz und Windenergie in Wetzlar. Unter Wahrung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen haben sich Bürgerinnen und Bürger im persönlichen Gespräch informiert und konnten ihre Fragen und Anliegen an die Stadt, die enwag gmbh sowie den Projektentwickler der geplanten Windkraftanlagen richten. Am stärksten nachgefragt waren die Themen „Waldbeanspruchung“, „Energiespeichermöglichkeiten“, „Energieeffizienz“ sowie Fragen zum Genehmigungsverfahren und zum weiteren Vorgehen bei der Planung der beiden Windparks Blasbach und Altenschlag. Die Wetzlarer Politik konnte ihre Fragen im Rahmen einer eigenen Sprechstunde für Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung Wetzlar klären.

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„Mit der Veranstaltung wollten wir die Bürgerinnen und Bürger der Region, aber auch der jungen Generation die Möglichkeit bieten, sich ausgiebig zu informieren und mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen“, betonte Norbert Kortlüke, Umweltdezernent der Stadt Wetzlar.

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Die Stadt Wetzlar setzt gemeinsam mit der enwag energie- und wasser gmbh seit vielen Jahren Klimaschutzmaßnahmen um. Florian Schäfer und Dennis Körper von der enwag stellten interessierten Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Projekte, insbesondere in den Bereichen „Stromeinsparung“, „Elektromobilität“, „Stromerzeugung über Photovoltaik“ und der besonders effizienten „Wärmeerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)“ vor. Die Windenergie ist ein neues Themenfeld für die Stadt Wetzlar. Sie hat inzwischen einen Pachtvertrag mit dem Projektentwickler für die stadteigenen Flächen in Blasbach und Hermannstein unterzeichnet. Ob sich die enwag an den Windenergieanlagen beteiligen wird, ist noch offen. Darüber soll nach der erteilten Genehmigung mit dem Projektentwickler ergebnisoffen verhandelt werden.

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„Den Menschen vor Ort die Chance geben, sich ausführlich zu informieren und ihnen die Möglichkeit bieten, Fragen zu stellen und Informationen zu erhalten, ist mir ein wichtiges Anliegen“ sagte Dr. Martin Demmeler von Green City im Pressegespräch vor Ort.

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Auch dem Projektentwickler Green City AG war die Durchführung der Sprechstunden wichtig. Vor allem sieht er in der Nutzung der Windenergie einen wichtigen Hebel für den Klimaschutz – auch in Wetzlar. So wird auch in der im Juni verabschiedeten Nationalen Wasserstoffstrategie des Bundes die Bedeutung der Nutzung von Windenergie wie auch Photovoltaik für die Erzeugung von grünem Wasserstoff besonders hervorgehoben.

 

Der Projektentwickler Green City AG und die Koehler Renewable Energy (KRE) planen gemeinsam die Errichtung von insgesamt fünf Windenergieanlagen innerhalb des Vorranggebiets 2136a. Im Windpark Blasbach sollen zwei Windenergieanlagen des Typs Vestas mit einer Nennleistung von 4,2 MW und einer Nabenhöhe von 166 Metern errichtet werden, im Windpark Altenschlag (Hermannstein) drei Windenergieanlagen des Typs Nordex mit einer Nennleistung von 4,5 MW und einer Nabenhöhe von 164 Metern. Mit den Anlagen sollen 55 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden, womit umgerechnet 36.000 Einwohner mit Strom versorgt werden können, rechnet der Windenergiefachmann vor. Dass die Anlagen wirtschaftlich laufen werden, und es sich beim beplanten Gebiet, nicht um ein Schwachwindgebiet handelt, ist sich Demmeler sicher. Dies zeigen die dreizehn bestehenden Anlagen auf Hohenahrer und Aßlarer Gemarkung im selben Windvorranggebiet. Wann mit dem Betrieb der Anlagen begonnen werden kann hängt noch von vielen Faktoren, unter anderem auch der Erteilung der Genehmigung, ab. Daher kann Green City derzeit noch keinen konkreten Termin für den Baubeginn nennen.

In besonderem Maße interessierte in den Gesprächsrunden auch die Frage der Waldrodung und des Flächenverbrauchs. Hier konnte der Projektentwickler darlegen, dass durch Nutzung der vorhandenen Wege und Einsatz von modernster Technik (u.a. ein Selbstfahrer für den Transport der Rotorflügel) für die Errichtung der fünf Windenergieanlagen eine relativ geringe Fläche Wald beansprucht wird. Zudem wurden auch allgemeinere Themen wie der Rückbau der Windenergieanlagen, Details zur EEG-Ausschreibung sowie zum geplanten Anlagentyp besprochen.

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Zusätzlich zu den Sprechstunden bot die LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) viele Informationen zum Thema „Windenergie in Hessen“ an. In umfangreichen Faktenpapieren werden Studienergebnisse zu häufigen Fragen wie Infraschall oder Umwelt- und Naturschutz vorgestellt. Die Besucherinnen und Besucher bewerteten das Format der Sprechstunden insgesamt als sehr positiv.

Christopher Lüning von der LEA resümiert: „Ich bin stolz darauf, dass wir zeigen konnten, dass Öffentlichkeitsbeteiligung und Bürgerdialog auch in widrigen Zeiten möglich sind und dass das Land Hessen mit größtmöglicher Unterstützung Kommunen befähigt, schwierige Themen verständlich und transparent darzustellen.“

Mehr zu den diskutierten Themen finden Sie auch in unseren Faktenpapieren:

Die gemeinsame Pressemitteilung mit der Stadt Wetzlar zur Veranstaltung finden Sie hier: