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Bürgerforum Energieland Hessen in Rauschenberg-Bracht

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Solare Nahwärme für Bracht als Leuchtturmprojekt für Deutschland

Seit 2019 begleitet das Bürgerforum Energiewende Hessen die Kommune Rauschenberg-Bracht bei einem solaren Nahwärme-Projekt, das großes Potenzial hat, auf andere Kommunen übertragen werden zu können und somit einen wesentlichen Beitrag zur Wärmewende im ländlichen Raum zu leisten. In zwei großen Bürgerinformationsveranstaltung am 30.01.2019 und 09.07.2021 in Bracht warben der lokale Arbeitskreis „Solardorf Bracht“, die Stadt Rauschenberg, die Universität Kassel und die LEA bei Hauseigentümerinnen und -eigentümern vor Ort um Mitwirkung. Das genossenschaftliche Projekt kann nach Fertigstellung zu einer sofortigen Einsparung von 80 Prozent CO2-Emissionen im Wärmebereich vor Ort führen und somit das Klimaziel für den Gebäudebestand bis 2050 voraussichtlich schon in drei Jahren erreichen.

Das Bürgerforum Energiewende Hessen begleitet die Planung des solaren Nahwärmenetzes seit ca. drei Jahren. In der ersten Informationsveranstaltung über das solare Nahwärmeprojekt am 30.01.2019 in der Mehrzweckhalle in Rauschenberg-Bracht wurde das durch den lokalen Arbeitskreis aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern initiierte Vorhaben zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Die LEA warb dort zusätzlich für eine kostenlose Energieberatung zur energetischen Sanierung im Rahmen der hessischen Energiesparaktion, um den Wärmebedarf der Wohngebäude bis zur Umsetzung des Nahwärmeprojekts zu reduzieren.

In der zweiten Informationsveranstaltung am 09.07.2021 in der mit 150 Bürgerinnen und Bürgern unter Coronabedingungen voll besetzten Mehrzweckhalle konnte das zwischenzeitlich mit finanzieller Unterstützung durch das hessische Wirtschaftsministerium (HMWEVW) fortentwickelte technische Konzept der Uni Kassel vorgestellt werden. Das Nahwärmekonzept baut auf bereits bewährten Komponenten auf: mithilfe eines etwa ein Hektar großen Solarthermie-Feldes wird Wasser auf ca. 90 Grad Celsius erhitzt und in einem ca. 60 mal 60 Meter großen Grubenspeicher gelagert. Dies hat sich bereits in zahlreichen dänischen Anlagen bewährt. Die weiteren Komponenten – eine Wärmepumpe für die optimale Temperaturspreizung, ein Blockheizkraftwerk für den Betriebsstrom, ein Pufferspeicher für eine optimale Vorlauftemperatur und ein Holzbrenner für die Spitzenlast – sorgen für eine wirtschaftliche und effiziente Nahwärmeversorgung der Haushalte. Noch wird für den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen fossile Energie benötigt. Diese kann aber mittelfristig und einfach durch erneuerbare Treibstoffe (z. B. Wasserstoff) ersetzt werden. Die Vollkostenrechnung des Arbeitskreises zeigt, dass die Solarwärme konventionellen Systemen auch finanziell überlegen ist, da sich die anfänglichen Investitionskosten nach wenigen Jahren amortisieren und ein langfristig stabiler, da vom Energiemarkt unabhängiger Wärmepreis zugesichert werden kann. Mit diesen wesentlichen Grundlageninformationen und einer anschließenden Geländebegehung des zukünftigen Standortes warb die Veranstaltung erfolgreich für eine Beteiligung an der wenige Tage später von 61 Gründungsmitgliedern gegründeten Genossenschaft. Die Aufbruchstimmung in der Informationsveranstaltung zeigt folgendes Video.

Das Land Hessen fördert die Konzeption und Umsetzung des mit dieser hohen Energieausnutzung einmaligen Projektes in Deutschland mit dem Ziel, weitere Kommunen, gerade auch im ländlichen Bereich, zur Nachahmung zu motivieren, und damit einen wesentlichen Beitrag zur CO2-sparenden Wärmeversorgung zu leisten.

Mehr Informationen zum solaren Nahwärmeprojekt enthalten die durch das Bürgerforum erstellten Infobrief 2019 und Infobrief 2021, das technische Konzept der Uni Kasseldie Vollkostenrechnung des Arbeitskreises Solardorf Bracht und die Webseite des Arbeitskreises, seit 15.07.2021 Solarwärme Bracht eG iG.