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Faktencheck Sicherheit von Windenergieanlagen

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Faktencheck „Sicherheit von Windenergieanlagen“

Das Faktenpapier „Sicherheit von Windenergieanlagen“, alle Vorträge der Veranstaltung sowie die Kurzdokumentation finden Sie zum Download in der Navigation auf der rechten Seite.

Die Nutzung der Windenergie spielt eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in Hessen. Aber wie sicher ist die erforderliche Technik? In den Medien findet man Bilder von brennenden oder havarierten Windenergieanlagen, es gibt Berichte über Eiswurf und den Austritt von Betriebsstoffen.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Windenergieanlagen zu solchen Ereignissen kommt und wie hoch ist das Risiko für Mensch und Umwelt? Welche technischen Sicherheitsmechanismen, Sicherheitskonzepte und Anforderungen des Gesetzgebers gibt es, um das Risiko zu minimieren? Welche neuen Entwicklungen stehen an und was kann getan werden, um die Risikoprävention weiter zu optimieren?

Diese und weitere Fragen wurden im Faktencheck „Sicherheit von Windenergieanlagen“ am 6. Juni 2018 in Gießen mit Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, Betreibern, Versicherern, Gutachterinnen und Gutachtern sowie zuständigen Behörden diskutiert. Zu jedem Schwerpunkthema gab eine Impulsreferentin oder ein Impulsreferent einen ersten Überblick, bevor das Thema mit einem Expertenpanel erörtert und Fragen der Teilnehmenden beantwortet wurden.

Ergebnisse

Das Faktenpapier „Sicherheit von Windenergieanlagen“ fasst die wichtigsten Ergebnisse des Faktenchecks zusammen. Der Faktencheck hat gezeigt, dass Windenergieanlagen über eine vergleichsweise sichere Technik verfügen. Wie bei jeder anderen technischen Anlage kann es auch beim Bau und Betrieb von Windenergieanlagen grundsätzlich zu Zwischenfällen kommen. Dazu gehören Brände, Rotorblattbruch, Turmversagen, Eiswurf und Eisfall sowie der Austritt von Betriebsstoffen. Auch wenn es bundesweit bisher keine zentrale Datenbank gibt, in der solche Ereignisse erfasst werden, ergeben sich aus den dem Faktencheck zugrunde liegenden Zahlen keine Anhaltspunkte für entstandene Personenschäden von Dritten in Deutschland – weder bei Anwohnerinnen und Anwohnern noch bei Verkehrsteilnehmenden. Auch die durch Windenergieanlagen verursachten Sach- und Umweltschäden sind im Vergleich zu anderen technischen Einrichtungen als sehr gering einzustufen.

Die Anforderungen, die der Gesetzgeber an die Genehmigung einer Windenergieanlage hinsichtlich der im Faktencheck behandelten Schwerpunktthemen stellt, sowie die Entwicklungen im Bereich der Normung und der technischen Sicherheitsmechanismen zeigen, dass Sicherheitsaspekte bei Windenergieanlagen verbindlicher Teil der Genehmigungspraxis sind und von allen Beteiligten ernst genommen werden.

Normen und Richtlinien, die zur Sicherheit von Windenergieanlagen beitragen, werden stetig weiterentwickelt, um den schnellen Entwicklungen der Windenergietechnik gerecht zu werden. Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen enthalten zahlreiche Anforderungen, um die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten – vom anlagenspezifischen und standortspezifischen Brandschutzkonzept bis zur ökologischen Baubegleitung und der verpflichtenden regelmäßigen Wartung und Überprüfung der Anlagen. Außerdem verfügen Windenergieanlagen über eine Reihe von technischen Sicherungs- und Monitoringsystemen, von denen viele in modernen Anlagen Standard sind.

Es besteht dennoch weiterer Entwicklungs- und Forschungsbedarf, um die Risikoprävention zu optimieren. Dies betrifft vor allem die weitere deutschlandweite Vereinheitlichung von Regelungen und Standards für Sicherheitssysteme und die behördliche Überwachung von Windenergieanlagen – vom Bau über die Betriebsphase bis zum Rückbau – sowie die systematische Sammlung und Auswertung von Daten über Schadensfälle.