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Verteilnetzstudie Hessen

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Verteilnetzstudie Hessen veröffentlicht

Energieminister Al-Wazir: „Stromnetz fit machen für Wind und Sonne."
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Trotz Rekordausbau bei der Windkraft und neuem Schwung beim Solarstrom: In den kommenden beiden Jahrzehnten wird das vorhandene Strom-Verteilnetz in Hessen nicht mehr wesentlich erweitert werden müssen. Über die Verteilnetze werden Haushalte und Unternehmen ans Stromnetz angeschlossen. Anders als bei überregionalen Übertragungsnetzen wie Suedlink werden mit Verteilnetzen vornehmlich kürzere Distanzen überbrückt.

„Wir werden bei den regionalen Stromnetzen auf absehbare Zeit praktisch ohne neue Strommasten auskommen“, sagte Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir bei der Vorstellung der ersten hessischen Verteilnetzstudie am 16. April 2018 in Wiesbaden. „Wenn an einzelnen Stellen neben der Ertüchtigung doch ein Ausbau notwendig werden sollte, dann lässt sich dies in aller Regel mit unterirdischen Kabeln bewältigen.“ Voraussetzung aber sei, dass die bestehenden Netze umfassend modernisiert und ertüchtigt und die Steuerung digitalisiert wird.

 

 

Keine Energiewende ohne Digitalisierung
Al-Wazir: „Eins zeigt uns die Studie ganz deutlich: Wir brauchen die Digitalisierung, weil ohne sie die Energiewende nicht funktioniert. Wenn man von bundesweit 500 Kraftwerken auf ein System mit zwei Millionen Einspeisern – von der Windenergieanlage bis zum Solardach - und fluktuierendem Stromangebot geht, kann man das nicht mehr von Hand auf einer Leitwarte steuern.“

 Die vorliegende Studie gebe nun konkrete Hinweise, wie die Stromübertragung intelligent gesteuert und an welchen Stellen im hessischen Stromnetz in den nächsten Jahren investiert werden müsse. Die Verteilnetze werden wesentlich zum Erfolg der Energiewende beitragen, indem sie die neuen Einspeisungen aufnehmen und fast alle neuen Stromanwendungen direkt versorgen können. Al-Wazir: „Und genau deshalb kümmern wir uns auch um die regionalen Verteilnetze in Hessen. Wo drohen Engpässe? Wo besteht Ertüchtigungsbedarf? Und wo können beim Netzausbau mit innovativen Methoden Kosten gespart werden? Das sind zentrale Fragen für die Sicherheit unserer Stromversorgung. Unsere Verteilnetzstudie, die wir zusammen mit den Netzbetreibern in Auftrag gegeben haben, gibt genau darauf Antworten. Wir haben damit eine fundierte und räumlich differenzierte Grundlage für die Weiterentwicklung der hessischen Verteilnetze.“

Mehr als 150.000 Haushalte mit atom- und kohlefreiem Strom versorgt
Hessen kommt beim Ausbau Erneuerbaren Energien deutlich voran. Alleine im vergangenen Jahr wurden über 90 Windräder installiert, die für mehr als 150.000 Haushalte atom- und kohlefreien Strom liefern. Auch der Zubau von Photovoltaikanlagen wächst wieder an.

Al-Wazir. „Mittelfristig werden auch immer mehr Elektrofahrzeuge sowie elektrisch betriebene Wärmepumpen das Netz beanspruchen. Mit unserer Studie können wir erstmals abschätzen, was das für die Verteilnetze bedeutet. Nur so lassen sich die erforderlichen Investitionen sinnvoll planen.“ Der Minister nannte die Ergebnisse ermutigend: „Auch wenn wir unseren Strombedarf in Hessen im Jahr 2034 zu 56 Prozent – mehr als dreimal so viel wie 2016 - aus erneuerbaren Energien decken, wird der damit verbundene Netzausbau rechnerisch jedes Jahr höchstens 12 Euro pro Einwohner kosten, also etwa 1 Euro im Monat. Und die Studie gibt auch Hinweise, wie wir diese Summe mittels innovativer Technologien und effizienter Planung noch um mindestens 10 bis 15 Prozent reduzieren können. Im Gegenzug wird die EEG-Umlage perspektivisch deutlich sinken. Ab 2020 fallen die ersten teuren Anlagen aus dem Jahr 2000 aus der Förderung und dieser Prozess wird weitergehen. Gleichzeitig werden die Erneuerbaren Energien weiterhin von Monat zu Monat günstiger. Bei der letzten Ausschreibung der Bundesnetzagentur bekamen über 30 große Solaranlagen den Zuschlag für einen Durchschnittspreis von 4,3 Eurocent die Kilowattstunde. So günstig ist Energieproduktion mit konventionellen Formen der Energieerzeugung nicht möglich. Die Erneuerbaren Energien werden im Jahr 2034 sicherlich dazu beitragen, dass Energie nicht nur sauber ist, sondern bezahlbar bleibt.“

Hintergrund:
Die Verteilnetzstudie Hessen wurde von der Management- und Technologieberatung BearingPoint und dem in Kassel beheimateten Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE, vormals IWES) verfasst. Mitgearbeitet haben zehn Betreiberunternehmen, die etwa zwei Drittel der hessischen Verteilnetze repräsentieren und umfangreiches Datenmaterial lieferten.

Download: Verteilnetzstudie Hessen 2024 - 2034

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