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Windenergie und Landschaftsbild - Drei Fragen an Jochen Mülder

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Drei Fragen an Jochen Mülder

Jochen Mülder ist Geschäftsführer des Visualisierungsbüros Lenné3D in Bielefeld. Auf den Faktencheck referierte er über die Visualisierungen im Kontext der Windenergie.

Herr Mülder, Sie beanspruchen, realitätsgetreue Bildsimulationen zu erstellen. Wie schaffen Sie das?

Es gibt unterschiedliche Wege, gute Ergebnisse zu erzielen. Wichtig ist, bei klaren Sichtverhältnissen zu fotografieren. Bäume sollten belaubt sein, weil sich die Menschen im Frühling, Sommer und Herbst häufiger in der freien Landschaft aufhalten als im Winter. Auch auf die Zugänglichkeit der Fotostandpunkte und die Perspektive kommt es an. Die Planungsbüros, die uns beauftragen, legen es oft in unsere Hände, relevante Standpunkte zu finden. Manchmal ist hier aber auch die Genehmigungsbehörde mit von der Partie: zum Beispiel, wenn es um Denkmalschutz oder um Sichtbeziehungen geht, die konkret zu überprüfen sind. Wir fotografieren und vermessen den Standort und importieren diese Daten dann in unsere Software. Dort werden dann sowohl die Fotostandorte als auch die Windenergieanlagen lagegenau in der virtuellen Landschaft und später in der fertigen Visualisierung abgebildet.

Werden Ihre Bild- und Videosimulationen denn auch auf Bürgerveranstaltungen als zuverlässig akzeptiert?

In der Regel ja. Oft sind es die komplizierten Fälle, bei denen wir dazu geholt werden. Manchmal nehmen uns Bürger als den Projektieren und Planungsbüros nahestehend wahr, aber meistens können wir diesen Vorwurf gut entkräften, indem wir unsere Vorgehensweise erklären. Dass wir uns in unserem Büro auch mit anderen Dingen wie Städtebau, Verkehr oder Deponien beschäftigen, hilft uns dabei, den Vorwurf zu zerstreuen, wir lebten von der Windenergie.

Was müssen Sie bei Ihrer Arbeit beachten, damit sie den Anforderungen der Genehmigungsbehörden standhält?

Es gibt kaum generelle Anforderungen, zumal es auch immer komplexere Darstellungsformen gibt, beispielsweise 360°-Panoramen oder auch 3D-Simulationen. Bei Fotomontagen ist üblich, dass die Bilder mit 50 mm Brennweite aufgenommen werden. Das Sichtfeld dieser Aufnahmen entspricht etwa der menschlichen Wahrnehmung. Das hat den Vorteil, dass die Proportionen von Objekten auf dem Foto für den Menschen realistisch sind und es diesbezüglich zu keinen Unstimmigkeiten kommt. Mindestens genauso wichtig sind in diesem Zusammenhang auch das Format und der Betrachtungsabstand bei der Präsentation der Visualisierungen.


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