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Drei Fragen an Klaus Dieter Brandstetter

Der Diplom-Geograf Klaus Dieter Brandstetter ist seit 2003 Geschäftsführer der Touristik Service Waldeck-Ederbergland GmbH und seit 2004 Wanderbeauftragter der „Destination Grimmheimat Nordhessen“. Sein Vortrag beschäftigte sich mit möglichen Auswirkungen von Windenergieanlagen auf den Tourismus im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Herr Brandstetter, Sie vermarkten das Waldecker Land, das vor allem für seine Wälder und Seen bekannt ist. Gleichzeitig schreitet der Ausbau der Windenergie in Ihrer Region voran. Haben Sie schon Auswirkungen auf den Tourismus beobachten können?

Die Zahlen der Besucher sind bisher nicht rückläufig. Aber niemand kann sagen, ob wir ohne Windräder nicht vielleicht mehr Gäste hätten. Aus einer eigenen Befragung wissen wir, dass es Natur und Landschaft sind, die die Besucher zu uns führen. Windräder nutzen zwar die Kraft der Natur, sind aber kein Teil von ihr. Wir brauchen erneuerbare Energien, aber wir sollten das Landschaftserlebnis schützen. Ich kenne die wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema. Selbst wenn es nur ein paar Prozent der Gäste sind, die wegbleiben, bedeutet das Millionen Euro weniger Umsatz für die Region.

Finden touristische Belange beim Ausbau der Windenergie Ihrer Meinung nach ausreichend Beach-tung?

Mit der Windenergie ist es wie mit anderen Dingen auch: In einem moderaten Ausmaß ist sie wohl kaum schädlich. Aber es gibt Grenzen. Sie sind überschritten, wenn in allen Himmelsrichtungen Windräder zu sehen sind. Wir haben im Rahmen der Stellungnahme des Landkreises Waldeck-Frankenberg zum Teilregionalplan Energie Nordhessen beim Regierungspräsidium Kassel auf unser Anliegen aufmerksam gemacht. Das Problem ist, dass niemand verpflichtet ist, den Tourismus in Stellungnahmen zu berücksichtigen. Man sollte aber unbedingt vorsichtig sein beim Ausbau der Windenergie. Es gilt, die Verspargelung der Landschaft zu vermeiden und darauf zu achten, dass es Blickachsen gibt, die frei von Windrädern bleiben. Es kann auch mal sinnvoll sein, ein Windrad nicht zu bauen.

Sehen Sie denn auch Chancen dafür, die Windenergie touristisch zu vermarkten?

Man kann den Gästen natürlich anbieten, ein Windrad zu besuchen. Da sie ja meist in Hanglagen stehen, wäre es zum Beispiel möglich, den Ausblick von oben aus zu genießen. Das erscheint mir keine schlechte Idee. Ich befürchte dennoch, dass der Nutzen den Schaden nicht aufwiegen kann.


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