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Bürgerforum zur Windenergie in Butzbach

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Bürgerforum zur Umsetzung der Energiewende vor Ort

15. Oktober 2014, 18:00-22:00 Uhr, Bürgerhaus Butzbach

Hier finden Sie das Programm des Bürgerforums zur Umsetzung der Energiewende in Butzbach.

Hier finden Sie die Dokumentation aller Projekte und Ideen der Ideenwerkstatt und können weitere Ideen und Projekte einreichen.

Ideenwerkstatt baut erste Brücken

Am Mittwochabend diskutierten rund 100 engagierte Teilnehmende im Rahmen des Landesprogramms „Bürgerforum Energieland Hessen“, wie in Butzbach Energie eingespart oder effizienter genutzt werden kann. Projekte aus der Technikerschule inspirierten zu weiteren Ideen und Vorschlägen. Die Bürger konnten sich außerdem zu Blockheizkraftwerken, Photovoltaik und Solarthermie, Biomasse und Elektromobilität in kleinen Gruppen mit Experten austauschen.

Nach der Veranstaltung zur Windenergie am 01. Oktober ging es im zweiten Butzbacher Bürgerforum des Hessischen Ministeriums Wirtschafts- und Energieministeriums darum, gemeinsam Ideen zur Umsetzung der Energiewende zu entwickeln. „Wie brauchen Kommunen wie Butzbach, die sich aufmachen, das Thema Energiewende aktiv mitzugestalten“, fasste Ludger Stüve, Verbandsdirektor des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, die Präsentation seiner Kollegen Andrea Graf (Stadt Frankfurt) und Michael Voll (Regionalverband) zusammen. Die beiden berichteten von ihrem neuen Energiekonzept, das die Vielfalt an Aktivitäten zur Umsetzung der Energiewende regional bündelt und abstimmt. Referenzprojekte werden auf einer Internetplattform gesammelt. Ziel sei es, voneinander zu lernen und die Qualität der Projekte zu verbessern, so Michael Voll. Auch die Stadt Butzbach ist bereits mit einer Themenseite vertreten. Die Ergebnisse des Bürgerforums in Butzbach werden aufgenommen und so die Aktivitäten des Energieministeriums und des Regionalverbands zusammengeführt.

Projektideen sollen weiter entwickelt werden

Dass die Butzbacher Anstrengungen zur Energiewende zukünftig gestärkt werden, konnte die Ideenwerkstatt sicherstellen. In einem interaktiven Veranstaltungsformat wurde in kleinen Gruppen diskutiert und an einer langen Werkstatt-Wand weitere Projektideen entwickelt. „Butzbach ist in Bewegung“, meinte Bürgermeister Merle im doppelten Sinne, denn die Bürger wanderten beim Energie-Speed-Dating von einer Experten-Ecke in die nächste.
Eine ausführliche Dokumentation der Themenecken finden Sie hier.

Blockheizkraftwerke: Eine nachhaltige Lösung für Butzbach

Michael Weiß und Helmut Braun (Energie und Versorgung GmbH) berichteten von den bestehenden Butzbacher Angeboten Blockheizkraftwerke und Fernwärme im Sinne der Nachhaltigkeit zu nutzen. Die Bürger wollten wissen, ob die Neubaugebiete angeschlossen werden und ob die unterirdischen Leitungen Einschränkungen für die Bauherren bedeuten könnten. Weitere Fragen kamen zur Nutzung von Mini-Blockheizkraftwerken für Ein- oder Zweifamilienhäuser. Herr Braun verwies hier auf den Butzbacher Installateur-Ausschuss der EVB, der regelmäßig neue Informationen erhält und über den Verbraucher Informationen beziehen können.

Solar-App für mehr Effizienz

In der Themenecke Photovoltaik und Solarthermie stand Prof. Dr. Alfred Karbach von der Technischen Hochschule Mittelhessen den Bürgern Rede und Antwort. Die Hochschule stellt zu beiden Themenfeldern qualifizierte Beratung zur Verfügung. Mit Spannung wurde diskutiert, ob man nach dänischem Vorbild Großflächen-Photovoltaik oder Solarthermie auf Deutschland übertragen könne. Kritisch sahen die Bürger den Verbrauch von seltenen Erden für die Produktion sowie die Gesamtenergiebilanz. Sehr positiv wurde der Hinweis auf eine Solar-App aufgenommen, mit der man prüfen kann, welches Potenzial das eigene Hausdach hätte oder ob eine Photovoltaik-Anlage effizient läuft.

Reges Interesse für E-Mobility

Den größten Zulauf hatte ohne Zweifel das Thema Elektro-Mobilität. Diethardt Stamm, Vorstand der Mittelhessischen Energiegenossenschaft (MiEG) erzählte äußerst lebendig von einem Genossenschafts-Projekt für einen Hybridwagen mit Lithium-Ionen Batterien und Wasserstoffbrennstoffzellen. Mit 500 km Reichweite und verbesserter Sicherheit sind diese Fahrzeuge unterwegs und können am Wochenende von Privatpersonen Probe gefahren oder ausgeliehen werden.

Biomasse-Anteil könnte gesteigert werden

Butzbach schöpft die Potenziale der Strom- und Wärmeproduktion noch nicht komplett aus, so die Botschaft von Steffen Fidecke von der hessenENERGIE. Er sah aufgrund der vielen landwirtschaftlichen Betriebe vor allem für Stroh als Reststoff noch Ausbaupotenzial. Wenn man es mit der Biomasse ernst nehme, müsse man aber vermehrt auf Energiepflanzen setzen, so der Experte. Dies wurde von einigen Bürgern kritisch bewertet. Weitere Materialien wie Klärschlamm, Schlacht- und Küchenabfälle, Kompost und eine bessere Nutzung von Biotonnen wurden mit Hinweis auf die „Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.“ diskutiert.

Gemeinsam Energiesparen

Trotz der bekannten Gräben zwischen Windenergie-Befürwortern und -Gegnern wurde in einer konstruktiven Atmosphäre gearbeitet, vor allem als es um das Thema Energiesparen ging. Sehr positiv wurde die Anregung der Butzbacher Berufs- und Technikerschule aufgegriffen, einen CO2-Wettbewerb durchzuführen und sich viel bewusster mit dem Thema Klima und Ernährung auseinander zu setzen. Fünf Studierende der Technikerschule hatten mit einer Ausstellung für viel Interesse und Nachfragen gesorgt. Eine Bürgerin aus dem Isseltal erklärte sich spontan bereit, in der Grundschule ihrer Kinder ein solches Ernährungsprojekt anzuregen. Eine andere Bürgerin schlug einen Wettbewerb für Kinder vor, die Energiespartipps malen könnten. Die EVB sicherte hier ihre Unterstützung zu. „Wir freuen uns über eine solche Verschönerung der Stromkästen und würden die Umsetzung mit Material unterstützen“, kündigte Michael Weiß an. Er verwies mehrfach auf die Aktivitäten der EVB, die Energieberatung für ihre Kunden kostenlos anbietet und bei der Suche nach Förderprogrammen Hilfe leistet.

LEDs im Sportclub

Einige Sportclubs in Butzbach sind schon weiter in Sachen Energiesparen. So hat der Tennisclub Hochweisel dank eines Sponsors bereits auf LED umgestellt und eine moderne Heizungsanlage installiert. Auch das Schützenhaus wurde energetisch saniert. Berater in beiden Fällen war der Landessportbund, der mit Herrn Jens Prüller ebenfalls anwesend war. Eine weitere Dame sicherte zu, die Anregungen zum Energiesparen mit in ihr Fitnessstudio zu nehmen und die Beleuchtungssituation vor allem am Tag zu hinterfragen. Ähnliche Ideen wurden für die kommunalen und kirchlichen Gebäude ausgesprochen.

Licht aus!

Konkrete Vorschläge wurden diskutiert, in bestimmten Straßenzügen nachts die Beleuchtung ausschalten. Bürgermeister Merle regte hierzu einen Dialog mit den Ortsbeiträten, Anwohnern und Nutzern an, um Aspekte der Sicherheit und des Energiesparens auszubalancieren. Verschiedene Beratungsangebote zur energetischen Sanierung kamen von einem Energieverein, der Privatleute unterstützt, von einem Architekturbüro und einem Ingenieurbüro. Angeregt wurden unter dem Stichwort Mobilität eine Elektro-Bike-Station und der Einsatz von kleineren Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr.

Erfahrungsaustauch generationenübergreifend

Auf weitere Nachahmer lässt der angebotene Erfahrungsaustausch zum Thema Wärmepumpen hoffen. Prof. Dr.-Ing. Hans-Rudolf Engelhorn, Lehrbeauftragter für Energietechnik und öffentlich bestellter Sachverständiger bot an, die schlimmsten zehn Fälle fehlerhafter Wärmepumpen seiner beruflichen Tätigkeit in einem Vortrag zusammenzufassen und an die junge Generation von Auszubildenden zu vermitteln. Idee ist es hier aus den Fehlern zu lernen und so einen Beitrag für mehr Energieeffizienz zu leisten. Eine bemerkenswerte Initiative, der hoffentlich noch viele folgen werden. Großen Einsatz zeigte auch Bürgermeister Merle, der nicht nur zusicherte, die Butzbacher Technikerschule bei der Suche nach Sponsoren für die Reparatur einer älteren Photovoltaik-Anlage zu unterstützen, sondern auch gleich vor Ort begann, die ersten Gelder einzuwerben. „Wir haben gemeinsam heute viel inhaltliche Arbeit geleistet und sind auch in Sachen Dialog einen großen Schritt weitergekommen“, schloss er die Veranstaltung und bedankte sich beim Landesprogramm und den engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

Die Präsentationen zur Veranstaltung finden Sie in der rechten Download-Box.