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SuedLink: Al-Wazir kündigt Prüfung an


Energiewende

Al-Wazir: SuedLink-Trasse muss nach fachlichen Kriterien festgelegt werden


Wiesbaden, 21. Februar 2019


Hessen wird den heute vom Stromnetzbetreiber TenneT vorgeschlagenen Verlauf der geplanten SuedLink-Stromtrasse kritisch prüfen. „Wir sind mitten im Ausstieg aus der gefährlichen Atomkraft. Und wir wollen, dass schmutzige Kohlemeiler schrittweise abgeschaltet werden. Das geht nur, wenn wir im Gegenzug Wind- und Solarkraft ausbauen, mit Energie effizienter umgehen, aber natürlich auch zusätzliche Stromleitungen wie den SuedLink bauen“, sagte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Donnerstag in Wiesbaden. „Entscheidend dabei ist: Der Verlauf neuer Stromleitungen muss nach fachlichen Kriterien festgelegt werden. Nur dann wird eine Stromtrasse Akzeptanz finden und auch rechtlich Bestand haben. Genau vor diesem Hintergrund werden wir den neuen Vorschlag des Stromnetzbetreibers nun intensiv prüfen.“

Der Stromnetzbetreiber Tennet hat heute einen neuen Vorschlagskorridor für den Verlauf der geplanten SuedLink-Gleichstromtrasse vorgestellt. Dabei gab es Änderungen zum letzten Planungsstand. Statt das geplante Erdkabel von Schleswig-Holstein über Niedersachen und Thüringen – und damit an Hessen vorbei – nach Bayern zu verlegen, soll nun ein knapp 60 Kilometer langer Abschnitt durch den hessischen Werra-Meißner-Kreis verlaufen.

„Der Vorschlag hat uns überrascht“, so der Minister. „Bislang hatte TenneT stets betont, dass aufgrund der hessischen Mittelgebirge und der zahlreichen FFH- und Natura2000-Gebiete die Verlegung eines Erdkabels durch Hessen kaum zu realisieren ist. Wenn dies nun doch so geplant ist, sind wir sehr auf die fachliche Begründung gespannt. Denn eins muss allen Beteiligten klar sein: Eine politische Festlegung der Trassenführung wäre für uns nicht akzeptabel.“

Al-Wazir verwies auf eine entsprechende Festlegung im Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen. Darin heißt es: „Wir fordern, dass beim notwendigen Ausbau von SuedLink sowie Ultranet die jeweils verträglichste und effizienteste Variante gewählt wird.“

Die SuedLink-Gleichstromtrasse, die Windstrom aus dem Norden in den verbrauchsstarken Süden transportieren soll, war ursprünglich als Überlandfreileitung geplant. Damals sollte die Trasse auf rund 150 Kilometer durch die nord- und osthessischen Landkreise Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg, Fulda und Main-Kinzig führen. Später wurde SuedLink als Erdkabel umgeplant, um die Akzeptanz vor Ort zu erhöhen. „Im Vergleich zu der früher geplanten Belastung fällt der heute vorgeschlagene Trassenverlauf deutlich milder aus. Die Gesamtlänge in Hessen wurde um fast zwei Drittel reduziert, statt neuer Strommasten soll die Leitung als Erdkabel verlegt werden und dies teilweise sogar, ohne die Erde entlang der Trasse aufbaggern zu müssen“, so Al-Wazir. „Aber auch ein solcher Eingriff ist nur akzeptabel, wenn er fachlich begründet ist.“

Der Minister kündigte an, dass sich Hessen intensiv in das nun beginnenden Beteiligungsverfahren einbringen wird, bevor dann die zuständige Bundesnetzagentur für einen noch festzulegenden Trassenverlauf das Planfeststellungsverfahren starten wird.

Marco Kreuter / Pressestelle
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