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Al-Wazir erwartet mittelfristig Rückgang der EEG-Umlage


Energiewende in Hessen

„Weg von Atomkraft, Kohle und Öl“
Minister Al-Wazir erwartet mittelfristig Rückgang der EEG-Umlage


Wiesbaden, 28. September 2017


Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir rechnet mittelfristig mit einem deutlichen Rückgang der EEG-Umlage, die von den Stromkunden bezahlt wird. Er berief sich am Donnerstag im Hessischen Landtag auf Zahlen des Instituts Agora Energiewende, nach denen die Umlage zwischen 2021 und 2023 ihr Maximum überschreitet. Pessimistischere Prognosen basierten auf veralteten Annahmen.

Die Umlage nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz (EEG) finanziert den Ausbau alternativer Energien in Deutschland. Sie hat in der Vergangenheit Betreibern von Wind- und Solarkraftanlagen feste Vergütungen für einen bestimmten Zeitraum garantiert, indem sie deren Differenz zum Börsenstrompreis deckt. Auch wegen des niedrigen Preisniveaus des Börsenstrompreises erreichte sie im vergangenen Jahr mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde (kWh) einen Höchststand.

„Gleichzeitig hat der Ausbau der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren auch zum stetigen Rückgang der Preise an den Strombörsen beigetragen“, sagte der Minister. „Die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage, die den Stromkunden eigentlich interessiert, hat sich daher nur geringfügig verändert. Inzwischen können Wind- und Photovoltaik-Anlagen Strom an geeigneten Stellen billiger produzieren als herkömmliche Kraftwerke. Diese Entwicklung hätte es ohne das EEG nicht gegeben. Da die sinkenden Börsenstrompreise inzwischen auch an die Kunden weitergegeben werden, ist unter dem Strich der durchschnittliche Haushaltsstrompreis ‎nicht gestiegen. Er lag sowohl am 01.01.2014 wie auch am 01.01.2017 bei 29 ct/kWh."

Ein Grund für die sinkenden Börsenstrompreise und damit die Höhe der Umlage sei allerdings auch die zu laxe Klimaschutzpolitik in Europa, sagte Al-Wazir. Das Überangebot an CO2-Verschmutzungsrechten mache den Betrieb alter, längst abgeschriebener Kohlekraftwerke lukrativ. Deren Strom drücke ebenfalls auf den Börsenpreis und treibe die Umlage in die Höhe, da die Differenz zu den früher zugesagten Vergütungssätzen des EEG steige. „Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir das europäische Emissionshandelssystem endlich zukunftsfähig machen müssen.“

In Zukunft werde ‎das EEG vermehrt dafür sorgen, dass Strom nicht teurer, sondern billiger wird, erklärte der Minister. Er verwies auf die neu eingeführten Ausschreibungen im EEG, deren durchschnittliche Zuschläge in den vergangenen Monaten für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bei 5,66 ct/kWh, für Wind an Land bei 4,28 ct/kWh und für Offshore-Wind bei 0,44 ct/kWh lagen.

„Die Energiewende ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit“, sagte der Minister. „Von ihr hängt ab, ob wir die Erwärmung der Erdatmosphäre in den Griff bekommen. Es geht nicht um ein paar Striche auf dem Thermometer; es geht um die Existenz von Küstenländern und um Fluchtbewegungen, die weit über das hinausgehen, was wir heute erleben. Deshalb müssen wir weg von der Atomkraft und von klimaschädlichen Brennstoffen wie Kohle und Öl. Dafür brauchen wir das EEG.“

Wolfgang Harms / Pressestelle
Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
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