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Behauptungen zu dänischem Moratorium und Fledermausstudie widerlegt

Antworten zu den Bürgerfragen jetzt online nachzulesen

Bei der Flörsbachtaler Bürgerversammlung zum Thema Windenergie am 23.05. im Dorfgemeinschaftshaus Kempfenbrunn beantworteten Experten Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Windenergie. Die Fragen und Antworten können auf der Seite des Bürgerforums Energieland Hessen eingesehen werden. Einige Behauptungen aus dem Publikum, die ohne nachvollziehbare Quelle aufgestellt wurden, konnten im Nachgang widerlegt werden. So wurde zum wiederholten Male ein angebliches Moratorium für Windenergie in Dänemark angeführt sowie eine Finanzierung der aktuell vom Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten Studie zu Fledermäusen und Windenergie im Wald durch den Windenergieanlagen-Hersteller Enercon als Tatsache ausgegeben.

Moratoriums-Behauptung offiziell widerlegt

Schon im Jahr 2014 dementierte die dänische Botschaft Gerüchte über ein Moratorium zu Windenergie in einer offiziellen Antwort, die sie aktuell nochmals bestätigte. Es besteht nach wie vor kein Moratorium zum Windenergieausbau in Dänemark. Außerdem wies die Botschaft darauf hin, dass zu der aktuell dort laufenden Studie zur Windenergie und den Auswirkungen des Infraschalls keinerlei verwendbare Zwischenergebnisse veröffentlicht sind. Darüber zu spekulieren sei zum jetzigen Zeitpunkt unseriös.

Auch von einem Rückgang des Ausbaus von Windenergieanlagen (WEA) in Dänemark kann nicht gesprochen werden. Entsprechende, online einsehbare Tabellen des dänischen Energieministeriums zeigen, dass im Jahre 2016 insgesamt 538 und 2017 bereits 53 Anlagen neu in Auftrag gegeben wurden (https://ens.dk/en/our-services/statistics-data-key-figures-and-energy-maps/overview-energy-sector).

BfN-Studie durch das Umweltministerium finanziert

Keine Grundlage konnte für die Behauptung gefunden werden, die neueste vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) veröffentlichte Studie zu Windenergie und Fledermäusen im Wald sei durch den Windenergieanlagen-Hersteller Enercon finanziert. Das BfN bestätigte auf Nachfrage, was bereits in der Studie selbst angegeben ist: "Die vorliegende Publikation wurde finanziert durch das F+E-Vorhaben ‘Untersuchungen zur Minderung der Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Fledermäuse, insbesondere im Wald‘ (FKZ 3512 84 0200), gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit." Ergänzend lieferte das BfN folgende Information: „Das genannte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (F+E) wurde als Auftrag im Rahmen des UFO-Plans vergeben und damit zu 100 % gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Weitere Informationen zum UFO-Plan [sind zu finden] unter nachstehendem Link: www.bfn.de/?id=4331“.

Behauptung zur Immobilienbewertung nicht belastbar

Das Bürgerforum ging auch der Frage nach, ob Immobilienwerte durch Banken geringer eingeschätzt werden, wenn in der Nähe WEA gebaut werden. Der Bürger, der über angebliche Erfahrungendieser Artaus Mainz berichtete, konnte diese trotz mehrfacher Nachfrage nicht belegen. Nach Gesprächen des Bürgerforums mit der Mainzer Volksbank kann für deren Geschäftsgebiet ausgeschlossen werden, dass auf Grund von WEA in der Umgebung Immobilienwerte reduziert bzw. Hypothekenkonditionen verschlechtert wurden.

Das Bürgerforum Energieland Hessen ist ein Angebot an alle Bürgerinnen und Bürger, Fragen zur Energiewende von offizieller und neutraler Seite klären zu lassen. Für Kommunenbietet das Bürgerforum auf Anfrage u.a. Informationsveranstaltungen, in denen mit den entsprechenden Experten aus Wissenschaft, Naturschutz und Verwaltung die vor Ort herrschenden Fragen sachlich und verständlich geklärt werden.

Alle Bürgerfragen, die im Rahmen der Bürgerversammlung aufgenommen wurden, sind online unter www.energieland.hessen.de/Buergerfragen_Floersbachtal einsehbar.