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1000. Windrad in Hessen


Windenergie

Energiewende in Hessen
Al-Wazir: 1000. Windrad in Hessen dreht sich


Wiesbaden, 20. Juni 2017


Der Ausbau der Windenergie in Hessen hat einen Meilenstein erreicht. „In Hessen drehen sich jetzt 1000 Windräder und produzieren vor Ort kohle- und atomfreien Strom“, sagte Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir am Dienstag in Wiesbaden. „Wir haben in den letzten drei Jahren eine nicht für möglich gehaltene Aufholjagd hingelegt.“

Das 1000. Windrad weiht Minister Al-Wazir am nächsten Samstag im nordhessischen Gemünden ein. Der Windpark besteht aus insgesamt sieben Windenergieanlagen mit einer Erzeugungsleistung von insgesamt 16,8 Megawatt. „Der Windpark versorgt damit rund 9.000 Haushalte in der Region Waldeck-Frankenberg mit Strom“, so Al-Wazir. An dem Windpark sind unter anderem der Landkreis Waldeck-Frankenberg und die Stadtwerke Frankenberg und eine kommunale Gesellschaft aus Bad Wildungen beteiligt. Etwa 20 Prozent der Anteile werden für eine regionale Bürgerbeteiligung zur Verfügung gestellt. „Der Windpark ist damit vorbildlich in der Region verankert. Das ist ein echtes Mitmach-Projekt.“ Das Investitionsvolumen beläuft sich auf insgesamt 35 Millionen Euro.

„Der Windpark in Gemünden steht damit exemplarisch für dutzende Projekte, die mittlerweile Jahr für Jahr in Hessen realisiert und vor Ort mitgetragen und befördert werden“, so der Minister. Al-Wazir verwies auf eine repräsentative Umfrage aus dem November 2015. Demnach steht eine große Mehrheit von 82 Prozent hinter der Energiewende in Hessen, 71 Prozent sind ausdrücklich bereit, auch Windkraftanlagen in ihrer Umgebung zu akzeptieren. „Das gilt auch und gerade dann, wenn es vor Ort konkret wird. Die Akzeptanz der Windkraft ist hoch und steigt sogar nochmal auf 75 %, wenn die Windräder erstmal stehen.“

Al-Wazir: „Natürlich gibt es teilweise auch Befürchtungen, wenn in der Nachbarschaft von Orten Windenergieanlagen geplant werden. Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst und bieten konkrete, auf die individuelle Situation zugeschnittene professionelle Informationsangebote an.“ So wurden die Mittel für das Bürgerforum Energieland Hessen – dem Informations- und Mediationsangebot des Landes – kontinuierlich auf 1,4 Millionen Euro erhöht. „Wir setzen auch damit die Ergebnisse des hessischen Energiegipfels konsequent um. Wir setzen mit unserem Kommunikations- und Mediationsangebot bundesweit Maßstäbe.“

Im Jahr 2015 betrug die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien in Hessen insgesamt 6.262 GWh. Bei einem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von rund 3400 kWh pro Haushalt können damit rechnerisch über 1,8 Millionen Haushalte in Hessen versorgt werden, Tendenz weiter steigend. „Alleine mit den zwischen 2014 und 2016 neu gebauten Windenergieanlagen kann so viel CO2 und weitere Luftschadstoffe eingespart werden wie rund 550.000 Fahrzeuge verursachen“, so Al-Wazir. „Daran wird deutlich, welch wichtigen Beitrag der Ausbau der Erneuerbaren Energien für die Begrenzung des Klimawandels hat.“

„Bei all dem darf man nicht vergessen: Wir machen das auch, um den Ausstieg aus der Atomkraft zu stemmen“, so Al-Wazir. „Über 900 meldepflichtige Ereignisse in Biblis, 1.800 Tonnen radioaktiver Müll und geschätzte Entsorgungs- und Lagerungskosten für Abfälle von über 2,5 Milliarden Euro: Ich bin froh, dass der Abriss von Biblis in dieser Legislaturperiode genehmigt wurde und damit das Atomzeitalter in Hessen endgültig beendet ist.“

Al-Wazir betonte das Ziel dieser Landesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien weiter voranzutreiben. „Wir werden bei unserem Engagement nicht locker lassen. Die Energiewende ist die wichtigste Aufgabe unserer Generation.“

Als zentralen Bestandteil bezeichnete Al-Wazir die Werbung für den Ausbau der Solarenergie, wo Hessen mit dem Solarkataster Hessen ein bundesweit einmaliges Angebot entwickelt hat, und die Ausweisung der Windvorrangflächen. Ziel ist es, dass zwei Prozent der Landesfläche für den Ausbau der Windenergieanlagen bereitgestellt werden. „Im Umkehrschluss heißt das aber auch: 98 Prozent unserer Landesfläche bleiben frei von Windkraft.“


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Marco Kreuter / Pressestelle
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