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Bürgerforum Energieland Hessen in Lich

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Bürgergespräche zu Windenergie und Klimaschutz in Lich ermöglichen intensiven persönlichen Austausch mit dem Bürgermeister und dem Projektentwickler

In Kleingruppen von bis zu fünf Personen fanden im Rathaus am 30. Juni 2020 im persönlichen Rahmen zahlreiche Bürgergespräche zu den Themen Klimaschutz und Windenergie in Lich statt. Im Rahmen des Programms „Bürgerforum Energieland Hessen“ der LandesEnergieAgentur Hessen konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie kommunale Vertreterinnen und Vertreter in den direkten Austausch treten mit Bürgermeister Dr. Julien Neubert sowie dem Windenergie-Projektentwickler, der Green City AG.

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Am Dienstag, den 30. Juni informierten die Stadt Lich und die LandesEnergieAgentur Hessen im Rahmen des Programms Bürgerforum Energieland Hessen (BFEH) über Windenergie und Klimaschutz in Lich. Der Einladung folgten 32 Bürgerinnen und Bürger sowie 12 Mandatsträgerinnen und -mandatsträger aus Magistrat und Ältestenrat, verteilt auf zwölf einstündige Bürgergespräche. Das Format der Kleingruppen ermöglichte über den Tag hinweg einen persönlichen und intensiven Austausch bei gleichzeitiger Wahrung der erforderlichen Hygienestandards im Angesicht der COVID-19-Pandemie.

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Großes Interesse galt dem Windenergie-Vorhaben am Höhlerberg. Am stärksten nachgefragt waren die Themen „Waldbeanspruchung“, „Lärmimmissionen“, „Naturschutz“ sowie Fragen zum Genehmigungsverfahren. Wie steht die Stadt Lich zu den Windenergievorhaben? Wurden Auswirkungen auf Mensch und Natur berücksichtigt? Auch das Thema Infraschall wurde mehrfach angesprochen. Diesen Fragen der Bürgerinnen und Bürgern stellten sich die Stadt Lich und den Projektentwickler Green City.

Bürgermeister Dr. Julien Neubert sowie Marco Römer, der Fachbereichsleiter Bauservice, informierten zu den Eckpunkten des kürzlich verabschiedeten Klimaschutz-Kurzkonzepts der Stadt Lich. Die Stadt will ihren CO2-Ausstoß bis 2050 (ausgehend vom Basiswert von 1990) um 95% auf 2600 Tonnen pro Jahr reduzieren. Hierfür sollen u.a. Wärmenetze weiterentwickelt, die Stadtplanung klimafreundlicher und Maßnahmen im Bereich Umweltpädagogik umgesetzt werden. Und es wird eine Stelle für ein/e Klimaschutzmanager/in bei der Stadt eingerichtet. Hinsichtlich des Windenergie-Vorhabens am Höhlerberg hat die Stadt Lich ihren Standpunkt verdeutlicht, dass die dem Ausbau von Windenergie vor Ort grundsätzlich offen gegenübersteht. Gleichzeitig müssen aber die städtischen Interessen und die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden. Mit Verweis auf noch zu klärende Einwände kann die Stadt Lich den Planungen noch kein Einvernehmen ausstellen.

Herr Dr. Martin Demmeler und Frau Anna Fritsch von der Green City AG informierten die Bürgerinnen und Bürger in ihrer Funktion als Projektentwickler zum Windenergievorhabens am Höhlerberg. Sie erläuterten, dass trotz der beträchtlichen Größe der Anlagen von 164m Nabenhöhe keine nennenswerte Lärmbelastung auftreten wird. Beispielsweise würden die strengen Grenzwerte von 35 dB(A) für das Asklepios Klinik in der Nacht bei geschlossenen Fenstern eingehalten. Auch kann für die Zuwegung die bestehende Wasserleitungsstraße genutzt werden. Mit 2,5 ha muss deshalb vergleichsweise wenig Wald gerodet werden. Die Projektentwickler Green City AG planen die Errichtung von insgesamt zwei Windenergieanlagen innerhalb des Vorranggebiets 4117. Der Windpark soll zwischen Fernwald, Lich und Pohlheim errichtet werden. Eines der beiden Windräder vom Typ Nordex N163 soll auf Licher Gemarkung stehen. Weitere zwei bis drei Windräder sind angedacht, aber noch nicht in der konkreten Planung.

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Zusätzlich zu den Bürgergesprächen bot die LandesEnergieAgentur Hessen viele Informationen zum Thema „Windenergie in Hessen“ an. In umfangreichen Faktenpapieren werden Studienergebnisse zu zentralen Themen wie Infraschall oder Umwelt- und Naturschutz vorgestellt.

 Christopher Lüning von der LEA resümiert: „Ich bin stolz darauf, dass wir zeigen konnten, dass Öffentlichkeitsbeteiligung und Bürgerdialog auch in widrigen Zeiten möglich sind und dass das Land Hessen mit größtmöglicher Unterstützung Kommunen befähigt, schwierige Themen verständlich und transparent darzustellen.“

Mehr zu den diskutierten Themen finden Sie auch in unseren Faktenpapieren: