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Bioenergie

Foto Bioenergie Quo vadis

Biomasse ist ein kostbares, vielseitig einsetzbares Substrat, das sich zum überwiegenden Teil aus nachwachsenden Rohstoffen aus Land- und Forstwirtschaft sowie aus biogenen Abfallstoffen zusammensetzt. Sie trägt zur Sicherstellung eines ausgewogenen, ökologisch und ökonomisch verträglichen Energiemixes bei und kann eine wichtige Backup- und Ausgleichsfunktion beim verstärkten Einsatz wetterunabhängiger Energieträger übernehmen. Aus diesen Gründen ist der Ausbau der Nutzung von Biomasse zur Gewinnung von Strom und Wärme sowie von flüssigen Kraftstoffen ein integraler Bestandteil der hessischen Energiepolitik.

Der Energiegipfel hat sich auf Potenziale einzelner Energieträger verständigt und Empfehlungen zur Nutzung dieser Potenziale in der Energiewende entwickelt. Diese sind für den zukünftigen Ausbau der energetischen Nutzung von Biomasse:
•    Effizienzsteigerung von Biomassenutzungsanlagen (z.B. verbesserte Wärmenutzungskonzepte oder Biogasaufbereitung und –einspeisung in Erdgasnetze)
•    Unterstützung von Projekten zur Steigerung der Nutzung von biogenen Reststoffen und Abfällen
•    Beachtung der Nachhaltigkeit der Bereitstellung von Biomasse
•    Unterstützung von Konzepten auf der Basis von speicherbarem Methan als Energieträger.

Die hessische Bioenergieerzeugung betrug im Jahr 2004 4.360 GWh und steigerte sich auf 6.950 GWh im Jahr 2008. Die Steigerung betrug 60%. Dem steht ein noch nicht genutztes technisches Biomassepotenzial von weiteren 6.400 GWh gegenüber. Im Rahmen der weiteren Steigerung der Nutzung von erneuerbaren Energien wie etwa der Solarenergie, der Erdwärme, der Wasser- und Windkraft, fällt dem Ausbau der Biomassenutzung eine Schlüsselrolle zu. Biomasse ist unter den Erneuerbaren praktisch ein Tausendsassa, denn sie steht rund um die Uhr zur Verfügung und kann damit bedarfsgerecht eingesetzt werden, außerdem ist sie speicherfähig und aus ihr kann man (fast) alles machen: Wärme, Strom und Kraftstoffe. Und das Biomassepotenzial Hessens wird in den kommenden Jahren, abhängig von der jeweiligen Marktentwicklung, für Vorhaben zur stofflichen und energetischen Nutzung vorhanden sein.

Mit 81% trägt Biomasse (Stand 2008) den Hauptanteil zur regenerativen Energieerzeugung in Hessen bei. Der Großteil der Bioenergie wurde für die Wärmebereitstellung verwendet, nur rund 30% flossen in die Strom- und Treibstofferzeugung. Der regenerative Strom in Hessen stammte 2008 zu 40% aus Biomasse. Die Bereitstellung regenerativer Wärme in Hessen erfolgte 2008 zu 95% aus Biomasse.

Bei der Bioenergie sind aber auch Nutzungskonkurrenzen hinsichtlich Lebensmittelproduktion und Rohstoffen zur stofflichen Nutzung (z. B. für die chemische Industrie, für Baustoffe (bei Holz sind es vor allem die Platten- und Papierindustrie) oder für Arzneimittel zu bedenken. Daher ist eine effiziente und nachhaltige Biomassenutzung von besonderer Bedeutung. Daher also unsere Strategie des Ausbaus der Biomassenutzung und Effizienzsteigerung.

Zur nachhaltigen Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien in Hessen wurde im Dialog mit der Arbeitsgruppe „Hessische Biomassestrategie“ der „Biomasseaktionsplan 2020 des Landes Hessen“ erarbeitet. Hierin sind die Schwerpunktaktivitäten und Maßnahmen zum weiteren Ausbau der energetischen Biomassenutzung in Hessen für die nächsten Jahre dargestellt. Zu den ausgewählten künftigen Handlungsfeldern, Aktionen und Maßnahmen zum Ausbau der energetischen Biomassenutzung in Hessen gehören:

•    die Weiterentwicklung und Anpassung der Förderung und Fortführung der Qualitätssicherung durch Beratung
•    die Förderung der Nutzung „neuer“ Biomassen und der Konversion „schwierigerer Inputstoffe“
•    die Mitarbeit bei der Erstellung Regionaler Energiekonzepte
•    die Durchführung des hessischen Leitprojekts „Bio-Effizienz-Dörfer“
•    Projekte zur Steigerung der Nutzung von biogenen Reststoffen und Abfällen
•    die Durchführung von Fachveranstaltungen zur effizienten Bioerdgasproduktion und -nutzung (Strom und Wärme)
•    eine intensive Öffentlichkeitsarbeit
•    der weitere Ausbau des „Hessischen Biogas-Forschungszentrums“ (HBFZ) auf dem Eichhof Bad Hersfeld
•    die Entwicklung verbesserter KWK-Konzepte für Biogasanlagen sowie
•    Projekte zum Ausbau der Stromnetze und dem Netzmanagement und
•    Projekte im Mobilitätssektor
•    jährliches Monitoring zum Ausbau der erneuerbaren Energien

Weiterführende Informationen:
www.biomasse-hessen.de

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